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Der Heizungs-Check nach DIN EN 15378

Ein Verfahren zur energetischen Bewertung von Heizungsanlagen

In Deutschland gibt es nach Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks etwa 16,5 Millionen Gas- und Ölheizungen. Ihr Alter variiert in einem relativ weiten Bereich: Rund 6 Millionen Anlagen sind älter als 15 Jahre, etwa 1,2 Millionen sogar älter als 24 Jahre. Nur jede 10. Heizung ist auf dem aktuellen Stand der Technik, alle anderen können aus energetischer Sicht verbessert werden.



In diesen alten Heizungsanlagen steckt ein hohes Potential zur Energieeinsparung. Die Europäische Richtlinie über die Energieeffizienz von Gebäuden (EPBD - Energy Performance of Buildings Directive) stellt deshalb unter anderem Forderungen an die Inspektion von Heizungsanlagen im Gebäudebestand. Sie betreffen sowohl die regelmäßige Überprüfung von Wärmeerzeugern als auch die einmalige Inspektion älterer Anlagen.

Die im Juli 2008 in Kraft getretene DIN EN 15378 "Heizungssysteme in Gebäuden - Inspektion von Kesseln und Heizungssystemen" beschreibt ein Verfahren zur energetischen Inspektion von Heizungsanlagen. Die Handlungsvorschriften erfolgen in einem nationalen Anhang (NA) zur Norm.

Der NA zur DIN EN 15378 enthält im ersten Teil einen Überblick über die geltenden Anforderungen für wiederkehrende Inspektionen von Heizungsanlagen. Anschließend beschreibt er Verfahren zur einmaligen Inspektion von Heizungsanlagen. Nach der Norm sind dafür folgende Möglichkeiten zugelassen:
  • die Inspektion nach einem Sofortverfahren/Checklistenverfahren (Heizungs-Check)
  • die Inspektion nach einem Analyseverfahren
  • die Inspektion im Rahmen der Aufnahme eines Gebäudes und der Heizungsanlage zur Ermittlung des Energiebedarfs nach DIN V 4701-10 in Verbindung mit DIN V 4701-12 und PAS 1027 bzw. DIN V 18599
  • sonstige geeignete Verfahren, die gewisse Mindestanforderungen erfüllen


Das Ziel

Es ist das Ziel des Heizungs-Checks, die Schwachstellen aufzuspüren, das Energieeinsparpotential überschlägig zu ermitteln und den Anlagenbetreibern konkrete Handlungsmöglichkeiten für die Anlagenmodernisierung aufzuzeigen.

Dazu haben der VdZ und der ZVSHK mit Marktpartnern ein Verfahren entwickelt, das die wesentlichen Komponenten einer Heizungsanlage,
  • den Wärmeerzeuger
  • die Wärmeverteilung
  • die Wärmeübergabe
mit Hilfe eines Punktesystems bewertet.  Insgesamt werden maximal 100 Maluspunkte (=Minuspunkte) vergeben. Je höher die Anzahl der Punkte, desto größer ist das energetische Verbesserungspotenzial der jeweiligen Komponente. Die höchste Punktzahl würde einer äußerst ineffizienten Heizungsanlage entsprechen. Eine energetisch ideale Anlage erscheint mit 0 Bewertungspunkten im Inspektionsbericht. Das folgende Beispiel soll dies verdeutlichen

Vor der "Optimierung" waren es 68 Maluspunkte, durch Absenkung der Systemtemperaturen, den hydraulischen Abgleich, eine Außentemperaturregelung und neue Thermostatventile mit Zeitprogramm konnte der Wert auf 28 Maluspunkte gesenkt werden.

Die einzelnen Komponenten der Heizungsanlage werden dabei vom Heizungsfachmann durch eine Kombination von Messungen und visueller Beurteilung begutachtet und im Hinblick auf ihre Qualität mit "Malus"-Punkten bewertet.
Der Betreiber erhält anschließend einen Inspektionsbericht mit den einzelnen Bewertungen und die daraus resultierenden Vorschläge zur Optimierung oder Sanierung der Heizungsanlage dar. (Quelle: VdZ Leitfaden)

Das Dokument "Der Heizungs-Check" (inkl. dem Inspektionsbericht und die Heizungsanlagenbewertung) liegen für Sie hier zum download bereit. Den kompletten Leitfaden zum normierten Heizungs-Check des VdZ finden Sie hier (noch keine Freigabe erfolgt)